Für zuweisende Praxen

Fundierte Diagnostik bei ASS- und ADHS-Verdacht im Erwachsenenalter

Wir übernehmen die ausführliche diagnostische Erhebung und liefern Ihnen eine transparente, nachvollziehbare Grundlage für Ihre eigene fachliche Beurteilung.

Diagnostische Unterstützung für Ihre Praxis

Für fachärztliche und psychotherapeutische Praxen, die Erwachsene mit Verdacht auf Autismus-Spektrum-Störung oder ADHS begleiten und keine Kapazität für eine umfassende Diagnostik haben. Wir ergänzen Ihre Versorgung durch eine strukturierte, leitlinienorientierte Erhebung – ohne eine formale Überweisung vorauszusetzen.

Ziel der Zusammenarbeit ist eine belastbare Entscheidungsgrundlage: Sie erhalten einen ausführlichen Bericht mit Testergebnissen, differenzialdiagnostischen Erwägungen, fachlicher Einordnung und den relevanten Erhebungsunterlagen. Die abschließende diagnostische Beurteilung, Dokumentation und gegebenenfalls weitere Behandlung verbleiben bei Ihnen; unsere Befunde ermöglichen Ihnen, nicht bei null beginnen zu müssen.

So entsteht die diagnostische Beurteilung

Schritt 1

Vorbereitung und Anamnese

Vor dem Termin erfassen wir die Vorgeschichte ausführlich über Anamnesefragebögen und störungsspezifische Selbstbeurteilungsverfahren. Ergänzend beziehen wir Fremdanamnese sowie vorhandene Entwicklungsdokumente und Vorbefunde ein.

Schritt 2

Mehrere Quellen, mehrere Verfahren

Die Diagnostik folgt einem multimethodalen und multiinformanten Ansatz nach aktueller S3-Leitlinie: strukturierte Interviews, Fremdbeurteilungen, Sichtung von Unterlagen, Leistungsdiagnostik und differenzialdiagnostische Screenings werden zusammengeführt.

Schritt 3

Einordnung im Gesamtbild

Kein Einzeltest entscheidet über die Beurteilung. Auch Verfahren wie ADOS-2 werden kontextsensibel gewichtet, insbesondere bei hochmaskierten Präsentationen. Entscheidend ist die Konvergenz aller verfügbaren Informationen und ihre fachliche Einordnung.

Der diagnostische Ablauf

1. Vorbereitung vor dem Termin

Vorab erhalten die Patientinnen und Patienten eine ausführliche Anamnese sowie störungsspezifische Selbstbeurteilungsverfahren. Relevante Unterlagen wie frühere Befunde, Grundschulzeugnisse, U-Hefte oder Entwicklungsdokumentationen können bereits in dieser Phase eingereicht werden.

2. Diagnostik vor Ort

Im persönlichen Termin führen wir die strukturierte Exploration, Fremdanamnese und Leistungsdiagnostik durch. Je nach Fragestellung ergänzen wir die Untersuchung um spezifische Verfahren für Autismus-Spektrum-Störung, ADHS, komorbide Belastungen und differenzialdiagnostische Aspekte.

3. Auswertung und Bericht

Alle Befunde werden multimethodal und multiinformant zusammengeführt. Sie erhalten einen ausführlichen schriftlichen Bericht mit Einzelwerten, Cut-off-Vergleichen, differenzialdiagnostischen Erwägungen, fachlicher Beurteilung und den relevanten Erhebungsunterlagen als Anlage.

Diagnostische Bausteine im Überblick

Grunddiagnostik und Differenzialdiagnostik

Zur Basis gehören ein störungsspezifisches Interview – bei ASS ein strukturiertes Interview nach Riedel –, Fremdbeurteilungen zur Kindheit und Gegenwart, die Sichtung von Fremdmaterial sowie Leistungsdiagnostik mit dem CFT 20-R. Persönlichkeitsstörungen werden differenzialdiagnostisch mit dem SCID-5-PD gescreent; komorbide Belastungen erfassen wir indikationsbezogen, etwa mit BDI-II oder ITQ.

Bei Verdacht auf Autismus-Spektrum-Störung

Bei entsprechender Fragestellung ergänzen wir die Erhebung durch RAADS-R, CAT-Q, CATI, AQ-k und GQ-ASC. Der ADOS-2 kann nach Indikation eingesetzt werden, wird jedoch stets im Gesamtzusammenhang mit Entwicklungsanamnese, Fremdbeurteilung, Dokumentation und klinischer Beobachtung bewertet.

Bei Verdacht auf ADHS

Für die ADHS-Diagnostik im Erwachsenenalter kommen ergänzend HASE und CAARS zum Einsatz. Die Ergebnisse werden nicht isoliert interpretiert, sondern mit der biografischen Entwicklung, der aktuellen Funktionsbeeinträchtigung, Fremdangaben und möglichen komorbiden oder alternativen Erklärungen abgeglichen.

Diagnostische Einordnung

ADOS-2: ein wichtiger Baustein, kein alleiniger Maßstab

Der ADOS-2 ist ein etabliertes Beobachtungsverfahren und kann bei der Diagnostik einer Autismus-Spektrum-Störung im Erwachsenenalter wertvolle Hinweise liefern. Seine Aussagekraft ist jedoch begrenzt, wenn er als Einzelbefund betrachtet wird. Entsprechend der aktuellen Leitlinienlage fließt das Ergebnis immer in eine multimethodale und multiinformante Gesamtbeurteilung ein.

Insbesondere bei hochmaskierten Präsentationen kann der ADOS-2 unauffällig ausfallen, obwohl eine Autismus-Spektrum-Störung vorliegt. Dies betrifft häufig Erwachsene, die über viele Jahre Strategien entwickelt haben, soziale Erwartungen zu antizipieren, Kommunikation bewusst zu steuern oder Belastungen nach außen wenig sichtbar zu machen – oftmals auch Frauen. Eine unauffällige Beobachtungssituation bildet diese lebenslang erworbenen Kompensationsleistungen nicht zuverlässig ab.

Deshalb gewichten wir Fremdanamnese und Entwicklungsdokumentation in solchen Konstellationen besonders sorgfältig. Angaben von Bezugspersonen, Schulzeugnisse, U-Hefte, frühere Befunde und weitere Dokumente können Hinweise auf frühe Entwicklungsbesonderheiten, anhaltende soziale Schwierigkeiten, sensorische Empfindlichkeiten oder wiederkehrende Verhaltensmuster liefern. Sie ermöglichen eine Beurteilung über verschiedene Lebensphasen hinweg und tragen wesentlich dazu bei, die diagnostische Einordnung nachvollziehbar abzusichern.

Das enthält der schriftliche Bericht

Vollständige Einzeltestergebnisse

Skalenwerte aller eingesetzten Verfahren

Vergleich mit den jeweiligen Cut-off-Werten

Normbezug und Einordnung der Ergebnisse

Darstellung der Anamneseangaben

Dokumentation der Fremdanamnese

Zusammenfassung relevanter Entwicklungsdaten

Auswertung eingereichter Fremdmaterialien

Verhaltensbeobachtungen aus der Diagnostik

Befunde der Leistungsdiagnostik

Ergebnisse differenzialdiagnostischer Screenings

Erfassung komorbider Belastungen

Begründete differenzialdiagnostische Überlegungen

Einordnung widersprüchlicher oder uneindeutiger Befunde

Fachliche Gesamtbeurteilung

Auswertungsprotokolle als Anlage

Anamnese- und Fremdanamnesedokumentation

Nachvollziehbare Herleitung der Beurteilung

Diagnostische Unterstützung und ärztliche Verantwortung

Wir übernehmen die umfassende diagnostische Erhebung und stellen sämtliche Befunde transparent bereit. Die formale Beurteilung und alle daraus folgenden medizinischen oder sozialrechtlichen Schritte verbleiben bei der zuweisenden Praxis.

Das übernehmen wir

Ausführliche Anamnese und störungsspezifische Fragebögen

Multimethodale Testdiagnostik nach Leitlinienorientierung

Fremdanamnese und Sichtung von Entwicklungsdokumenten

Differenzialdiagnostische Einordnung und fachliche Beurteilung

Ausführlicher Bericht mit Ergebnissen, Protokollen und Anlagen

Das verbleibt bei Ihnen

Formale diagnostische Beurteilung für die Krankenakte

Dokumentation und eigenständige klinische Entscheidung

Anträge beim Versorgungsamt und Nachteilsausgleiche

Indikationsstellung und Durchführung medikamentöser Behandlung

Häufige Fragen zur Zuweisung

Hier finden Sie Antworten zu Ablauf, Kosten, Wartezeiten, Bericht und kollegialer Rücksprache rund um die Diagnostik bei Verdacht auf ASS oder ADHS im Erwachsenenalter.

Ist eine formale Überweisung erforderlich?

Nein. Eine Überweisung im formalen Sinn ist nicht erforderlich. Geeignete Patientinnen und Patienten können ihren Termin selbstständig über unsere Website buchen.

Wie werden die Kosten abgerechnet?

Die Diagnostik erfolgt ausschließlich auf Selbstzahlerbasis. Eine Abrechnung über die gesetzliche Krankenversicherung ist nicht möglich; die aktuellen Kosten sind auf unserer Website ausgewiesen.

Wie läuft die diagnostische Abklärung ab?

Vorab erfolgen Anamnese und Fragebögen. Die Diagnostik vor Ort umfasst etwa fünf Stunden und kann auf Wunsch auf zwei bis drei Termine verteilt werden. Wir arbeiten multimethodal, multiinformant und leitlinienorientiert.

Mit welcher Wartezeit ist zu rechnen?

Die Wartezeit beträgt derzeit in der Regel etwa zwei bis drei Monate. Die konkrete Terminvergabe erfolgt direkt bei der selbstständigen Buchung durch die Patientin oder den Patienten.

Wofür kann der Bericht verwendet werden?

Sie erhalten einen ausführlichen Bericht mit Testergebnissen, differenzialdiagnostischen Überlegungen, fachlicher Beurteilung und Erhebungsunterlagen. Die formale diagnostische Beurteilung sowie Entscheidungen zu Krankenakte, Anträgen, Nachteilsausgleichen oder Medikation verbleiben bei Ihnen.

Fachliche Rücksprache oder Musterbericht anfragen

Kollegiale Rücksprache willkommen

Für fachliche Rückfragen oder zur Besprechung eines konkreten anonymisierten Falls kontaktieren Sie gern unser Sekretariat. Auf Anfrage senden wir Ihnen auch einen anonymisierten Musterbericht zu. Geeignete Patientinnen und Patienten können Sie direkt auf die selbstständige Buchung zur diagnostischen Abklärung hinweisen.